Lehre

Wintersemester 2019/20

KIME: Die Erklärbarkeit von Systemen der Künstlichen Intelligenz

Das Schlagwort „Künstliche Intelligenz“ (KI; Artificial Intelligence — AI) erlebt seit einigen Jahren eine Hochkonjunktur. Als wissenschaftliches Forschungsgebiet Mitte der 1950er Jahre entstanden, verbinden sich mit der KI von Anfang an ebenso Hoffnungen auf die Unterstützung menschlichen Denkens und Handelns durch lernende Automaten wie Befürchtungen der Unterordnung des Menschen unter Maschinen, die seine Intelligenz übersteigen. Eine wichtige theoretische Frage bei der Einschätzung der KI betrifft die Nachvollziehbarkeit des Verhaltens intelligenter Systeme: Einem System, dessen Verhalten für den Nutzer, womöglich sogar für den Erbauer nicht erklärbar und deshalb auch nur sehr begrenzt beeinflussbar ist, wird wesentlich weniger Vertrauen entgegengebracht werden als einem System, dessen Verhalten nachvollziehbar ist. Die Erklärbarkeit des Verhaltens zu einem Grundprinzip der Entwicklung von KI-Systemen zu machen, ist wesentliches Ziel der sogenannten „Explainable AI“ (XAI). Das Seminar wird sowohl erkenntnistheoretische Grundlagen (z.B. den Begriff der Erklärbarkeit) und informatische Aspekte als auch normative Fragen (etwa der Regulierung des Einsatzes von KI-Systemen) der Diskussion um XAI interdisziplinär erörtern.

Sommersemester 2019

Digitale Prosopographie (Personengeschichte). Computergestützte Recherchen und Analysen in der Mediävistik 

Der gegenwärtige Erfolg der Digital Humanities als neuer interdisziplinärer Querschnittsdisziplin speist sich aus der Durchsetzung des WWW als ubiquitärem Kommunikationsmedium und „kollektivem Gedächtnis“. Auch die Geschichtswissenschaft ist auf diesen Zug aufgesprungen und stellt ihre Quellen- und Literaturbestände ins Netz. Dies wird wesentlich die Praxis wissenschaftlichen Arbeitens verändern, wobei sich viele grundsätzliche Fragen stellen: nach der Zuverlässigkeit und Benutzbarkeit der Online-Ressourcen, nach geeigneten digitalen Präsentationsformen historischen Wissens, nach den sich eröffnenden Möglichkeiten computergestützter Auswertungs­verfahren usw. Im Hauptseminar sollen die Erkenntnispotentiale ebenso wie mögliche Probleme und Hemmnisse computergestützten Arbeitens am Beispiel prosopographischer (personengeschichtlicher) Forschung des Hoch- und Spätmittelalters (vorrangig mit Blick auf Gelehrtenkarrieren) explorativ ausgelotet werden. Zu diskutieren ist dabei die gesamte Trias des Forschungsprozesses – von der Heuristik über die Kritik bis zur Interpretation – im Hinblick auf die Möglichkeiten seiner digitalen Unterstützung. Zugleich wird Basiswissen im – auch mit Blick auf Berufsperspektiven – rasch wichtiger werdenden Feld der digitalen Geschichtswissenschaft vermittelt.

Wintersemester 2018/19

Was sind Digital Humanities – und was sollten sie sein?

Unter dem Begriff „Digitalen Humanities“ (DH) wird die Anwendung computergestützter Verfahren auf Forschungsfragen der Geisteswissenschaften verstanden. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff? Handelt es sich um ein eigenständiges Forschungsgebiet? Oder nur um eine Sammlung neuer Methoden? Ist bereits jedes geisteswissenschaftliche Vorhaben, welches Software einsetzt, ein DH-Projekt? Können durch computergestützte Verfahren letztendlich Fragen beantwortet werden, die auf traditionelle Weise gar nicht erst gestellt worden wären?

In diesem Seminar wollen wir uns mit solchen und ähnlichen wissenschaftstheoretischen Fragen zu den Digital Humanities auseinandersetzen. Dabei wollen wir zwei Perspektiven einnehmen: Zum einen fragen wir uns aus geisteswissenschaftlicher Sicht, wie sich die Geisteswissenschaften durch die Verwendung computergestützter Verfahren verändern. Andererseits fragen wir aus informatischer Sicht, ob die besonderen Anforderungen geisteswissenschaftlicher Forschung die Entwicklung völlig neuer Datenstrukturen und Algorithmen notwendig macht.

Wintersemester 2017/18

Netzwerkanalyse mit R

Der Methodenstreit zwischen dem idiografischen Verstehen der Geistes- und dem monothetischen Erklären der Natur- und Technik-Wissenschaften

Netzwerkanalyse als Instrument historischen Arbeitens: Theoretische und praktische Aspekte (Fallstudie: Humanistennetzwerke um 1500)

Wintersemester 2016/17

Netzwerkanalyse mit R

Sommersemester 2016

Die Wissenschaft von Netzen. Philosophische, informatische und
historische Perspektiven